05.06 - 11.06: Banking in a Week


Neuigkeiten der Woche 05.06 bis 11.06: Die EZB deutet zum ersten Mal nach 10 Jahren einen Kurswechsel an. Die NordLB wird höchstwahrscheinlich 1.000 Stellen streichen und Banken in Osteuropa können wieder ihre Eigenkapitalrentabilität steigern. Eine Recherche der ARD gibt bekannt, dass die Cum-Ex Geschäfte der Banken dem Staat mehr als 30 Milliarden Euro kosteten. Die EZB hat Schwierigkeiten ihr Quantitatives Lockerungsprogramm in Deutschland durchzuführen und die UBS verkauft ihr lokales Geschäft in den Niederlanden.

 

Auch interessant: Sechs Städte kämpfen um das Interesse der Londoner Banken nach dem Brexit und es wurde nichts aus der Finanzkrise gelernt, da schon wieder eine Bank innerhalb der EU staatlich gerettet wurde.


Neuigkeiten der Woche


EZB deutet zum ersten Mal nach 10 Jahren einen Kurswechsel an (Spiegel Online, 09.06.2017):

In dieser Woche hat die europäische Zentralbank eine weitere Zinssenkung für ausgeschlossen erklärt, da sich die Risiken für einen Abwärtstrend verringert haben. Jedoch kann nicht damit gerechnet werden, dass sich die Zinsen in naher Zukunft wieder erhöhen werden. Bisher erwartet die EZB noch eine Inflationsrate von 1,5 Prozent in 2017, welche somit deutlich unter dem Zielwert von 2,0 Prozent.


1.000 Stellen drohen bei der NordLB wegzufallen (Handelsblatt, 09.06.17):

Nachdem die NordLB im vergangenen Jahr aufgrund der Schiffskrise fast 2 Milliarden Euro Verlust verbuchen musste, wurde nun ein Bericht über eine mögliche Streichung von 1.000 der insgesamt 6.000 Stellen veröffentlicht. Weiterhin wird derzeitig von der Landesbank überprüft, ob die Tochterfirma "Deutsche Hypothekenbank" verkauft werden kann.


Banken in Osteuropa erholen sich nach der Krise (Handelsblatt, 08.06.17):

Laut einer Studie der Raiffeisenbank International verbesserte sich die Eigenkapitalrentabilität der osteuropäischen Banken zum ersten Mal nach der Krise wieder deutlich. Die Banken konnten sowohl mehr Kredite vergeben als auch die Kreditqualität erhöhen. Besonders in Tschechien und der Slowakei ist das Filialgeschäft gewachsen, wohingegen die Banken in der Ukraine weiterhin durch die unstabile Lage zu leiden haben.


Cum-Ex und Cum-Cum Geschäfte der Banken kosteten dem Staat rund 32 Milliarden Euro (Zeit, 07.06.17):

Laut Recherchen kosteten die Cum-Ex und Cum-Cum Geschäfte dem Staat 32 Milliarden Euro. Bei diesen Geschäften wurden Steuerrückzahlungen mehrfach eingefordert oder gar Rückzahlungen vom Staat ohne Anspruch erlangt. Die Besonderheit dabei ist, dass diese Deals in einem Netzwerk in London, bestehend aus Bankern, Anwälten und Börsenmaklern, professionell organisiert wurde. Diese Geschäfte gehören zu den größten Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehört.


Die EZB hat Schwierigkeiten geeignete deutsche Bonds für einen Kaufen zu finden (Financial Times, 07.06.17):

Aktuelle Daten haben gezeigt, dass es der EZB nicht möglich war genug deutsche langfristige Bonds im Zuge der Quantitativen Lockerung zu kaufen. In dieser geldpolitischen Methode werden Staatsanleihen im großen Stil aufgekauft um die Geldmenge zu erhöhen, die langfristigen Zinsen zu senken und somit die Liquidität in der Bankenwelt zu erhöhen. Somit gestaltet es sich immer schwieriger für die Europäische Zentralbank auf die Wirtschaft positiven Einfluss zu nehmen.


Die UBS verkauft ihr Geschäft in den Niederlanden (Neue Züricher Zeitung, 07.06.17):

Die UBS hat beschlossen das lokale Vermögensverwaltungsgeschäft in den Niederlanden für 28 Millionen Euro an die Van Lanschot Kempen Bank zu verkaufen. Hinter diesem Verkauf steckt die neue Strategie der UBS Bank sich nur noch auf große europäische Länder zu fokussieren. Großkunden aus diesen kleineren Ländern werden weiterhin aus der Schweiz und Luxemburg bedient.

Interessante Artikel zum Nachdenken


Sechs Städte kämpfen um die Londoner Banken nach dem Brexit (Financial Times 06.06.2017):

Durch den Brexit sind die Banken derzeitig mit der Gefahr konfrontiert ihre Passporting Rechte zu verlieren und somit die Erlaubnis innerhalb der EU Bankgeschäfte durchzuführen. Beratungsunternehmen haben berechnet, dass in London mehr als 75.000 Bankenjobs verloren gehen und sogar insgesamt 235.000 Jobs in ganz Großbritannien. Zur Auswahl für einen neuen Finanzstandort stehen Amsterdam, Dublin, Frankfurt, Luxemburg, Madrid und Paris - wobei bisher Frankfurt und Dublin die beliebtesten Ziele der Banken sind.


Es wurde nichts aus der Finanzkrise gelernt – Eine weitere Bank wird mithilfe staatlicher Finanzierung gerettet (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.17):

Schon wieder wurden Banken in der EU von der Regierung gerettet. 10 Jahre nach der Finanzkrise wurde sich dazu entschieden die italienische Monte dei Paschi mit einer staatlichen Finanzspritze in Höhe von 6 Milliarden Euro zu unterstützen und das obwohl die Monte dei Paschi Bank hauptsächlich durch Missmanagement in die derzeitige Krise geraten ist. Die Frage ist nun, warum wurde die Bank nicht abgewickelt oder, wie von den Politikern versprochen, durch den neu etablierten Bankenrettungsfond unterstützt?

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