12.06 - 18.06: Banking in a Week


Neuigkeiten der Woche 12.06 bis 18.06: Banco Santander möchte mit der OpenBank im Digital Banking weiter wachsen. Die Deutsche Bank strukturiert das Investmentbanking um und die Rothschild Bank konnte erfolgreich durch einen Eintritt in neue Märkte den Umsatz im ersten Quartal 2017 um 11% steigern. Kunden mit einem Vermögen unter 150.000 Euro sind in Zukunft bei der Citibank nicht mehr erwünscht und Strafzinsen werden in Deutschland für Banken immer schwerer umzusetzen, da die Verbraucherzentrale diese Geschäfte als rechtswidrig einschätzt. Weiterhin wird sich über die neuen Basel IV Regelungen gestritten und auch diese Woche ist keine Einigung in Sicht.

 

Auch interessant: Südeuropäische Banken leiden noch immer unter der Finanzkrise und müssen gerettet werden. Deutsche Bausparkassen werden aufgrund der Niedrigzinspolitik immer mehr zu regulären Finanzierungsinstituten und können ihren Wettbewerbsvorteil nicht mehr halten.


Neuigkeiten der Woche


Banco Santander möchte im Digital Banking mit ihrer Tochter OpenBank wachsen (Handelsblatt, 17.06.2017):

Die zweitgrößte Bank in Europa baut ihr Digitalgeschäft in Spanien massiv aus und möchte eine "all-in-one" App für geplante 30 Millionen Digitalkunden anbieten. Mit dieser App sollen Kunden die Möglichkeit haben klassische Bankgeschäfte, wie zum Beispiel Überweisungen oder Hypothekenkredite, ohne einen Besuch in der Filiale abzuschließen. Um trotzdem einen persönlichen Kontakt zum Kunden zu behalten, setzt das Digitalkonzept der Banco Santander auf Beratungsgespräche via Online-Chat oder Video-Telefonie.


Deutsche Bank baut das Investmentbanking um (Handelsblatt, 15.06.17):

Das Kapitalmarkt- und Emissionsgeschäft der Deutschen Bank wird in Zukunft in einer Einheit gebündelt. Zudem wird eine neue Spar- und Effizienzabteilung eingeführt, welche entscheiden sollen wo das Kundengeld am sichersten und optimalsten investiert werden kann.


Die Rothschild Bank konnte sich erfolgreich in neuen Geschäftsfeldern beweisen (Financial Times, 14.06.17):

Der Umsatz der Rothschild Bank konnte im ersten Quartal 2017 um 11% wachsen, nachdem die Bank gezielt in neue Märkten abseits von Frankreich und Großbritannien eine Wachstumsstrategie gefahren hat. Dies erlaubt es der Rothschild Bank unabhängig von der Entwicklung des M&A Marktes zu wachsen.


Die Citibank schließt Kunden mit einem Vermögen unter 150.000 Euro die Fremwährungskonten (Financial Times, 13.06.17):

Die Citibank hat angekündigt ab Mitte Juni Kunden mit Fremdwährungskonten mit einem Einlagevolumen von unter 150.000 Euro zu kündigen. Die Citibank ist wie alle europäischen Banken von der Niedrigzinspolitik stark betroffen und möchte durch die Schließung der unprofitablen Kundenkonten langfristig die Kosteneffizienz der Prozesse steigern. Auch andere Banken haben bereits ähnliche Maßnahmen getroffen, so verlangt die Barclay Bank Gebühren für Fremdwährungskonten mit einer Einlage unter 2.000 Pfund und die HSBC Bank nimmt keine Kunden unter einem Einlagevolumen von 60.000 Pfund an.


Der Verbraucherschutz hat die Volksbank Reutlingen aufgrund von Negativzinsen abgemahnt (Handelsblatt, 13.06.17):

Die Volksbank Reutlingen wollte für alle Kunden auf dem Girokonto ab dem ersten Euro und bei Tagesgeldkonten ab 10.000 Euro -0,5% Zinsen verlangen. Dies wurde jedoch vor der Einführung von der Verbraucherzentrale Baden-Würtemberg gestoppt und als rechtswidrig bezeichnet. Laut dem Verbraucherschutz sind Geschäfte die die Vertragspartner "entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen" nicht erlaubt.


Immer noch keine Einigung über die Kapitalvorschriften für Banken (Handelsblatt, 12.06.17):

Derzeitig werden die globalen Kapitalvorschriften für Banken (Basel IV) diskutiert. Der Fokus liegt dabei auf die fragwürdige Kapitalbedarfsberechnung von Banken, welche derzeitig durch bankeigene Risikomodelle durchgeführt wird und rund 25% niedrigeren Kapitalbedarf kalkulieren als die etablierten Standardmodelle. Vor allem Deutschland befürchtet durch die Standardisierung der Modelle einen erhöhten Kapitalbedarf der Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Interessante Artikel zum Nachdenken


Südeuropäische Banken stehen vor der Krise (Finanzen.net, 15.06.2017):

Während die nordeuropäischen Banken mittlerweile eine solide Kapitalbasis besitzen, leiden italienische und spanische Banken immer noch unter der Finanzkrise von 2008. So musste in den vergangenen Woche die spanische Banco Popular unter der Aufsicht der europäischen Abwicklungsbehörde für 1 Euro zwangsverkauft und die Monte dei Paschi Bank mit einer Staatshilfe von 6 Milliarden Euro aus der Krisensituation gerettet werden.


Die Situation der Bausparkassen bleibt weiterhin schwierig (Wirtschaftswoche, 12.06.17):

Aufgrund der niedrigen Zinsen entscheiden sich immer mehr Kunden gegen neue Bausparverträge, da derzeitig Kredite so günstig wie noch nie sind. Das Neugeschäft ist daher 2016 um weitere 10% eingebrochen. Um diesen Trend entgegenzuwirken wurde 2015 ein Gesetz erlassen, welche es Bausparkassen ermöglichen auch reguläre Finanzierungen anzubieten. Was als Wachstumshebel aus der Krise gedacht war, lässt die Bausparkassen nun zu regulären Banken werden und somit auch mit diesen konkurrieren. Bausparkassen verlieren somit immer mehr ihren Differenzierungsvorteil ggü. Banken und ein nachhaltiger Weg aus der Krise ist fragwürdig.

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