10.07 - 16.07: Banking in a Week


Neuigkeiten der Woche 10.07 bis 16.07: Die österreichische Nationalbank fordert Banken auf weiterhin Kosten einzusparen um die Kapitalquote zu erhöhen. Die italienische Lebensversicherung Generali Leben soll verkauft werden. Die Einführung von IFRS 9 wird die Kapitalquoten der Banken durch erhöhte Rücklagen deutlich verringern. Die Deutsche Hypo der NordLB soll verkauft werden um eine große Kapitallücke zu schließen. Der chinesische Investor für die HSH Nordbank wurde verhaftet und zieht höchstwahrscheinlich sein Angebot zurück. Griechenland plant eine staatliche Förderbank zur Förderung von klein- und mittelständischen Unternehmen.

 

Auch interessant: Banken werden gezielt von Hackern angegriffen und das günstige Geld der EZB bedroht das Fortbestehen unseres Wirtschaftssystems.


Neuigkeiten der Woche


Österreichische Banken wollen weiter ihre Kosten senken (Handelsblatt, 14.07.17):

Die österreichische Nationalbank (OeNB) fordert, dass die nationalen Banken weiter ihre Kosten senken und das Eigenkapital stärken. Zwar hatte sich bereits 2016 die Kapitalsituation der Banken deutlich verbessert, aber die OeNB möchte, dass die derzeitig gute Gewinnsituation genutzt wird um weiteres Kapital zur Sicherung der Banken einzubehalten, um auch für zukünftige Krisen bestens abgesichert zu sein.


Die Generali Leben soll verkauft werden (Versicherungswirtschaft Heute, 14.07.2017):

Der italienische Lebensversicherer Generali Leben soll laut der Investmentbank Morgan Stanley verkauft werden. Die Generali Leben betreut derzeitig 4,2 Millionen Verträge und gehört damit in Deutschland zu den größten Lebensversicherern. Bisher machte die Generali Leben vor allem durch sehr radikale Kosteneinsparungsprogramme Schlagzeilen, welche so weit gingen, dass derzeitig keine Mitarbeiter mehr direkt beim Konzern Generali Lebensversicherung AG angestellt sind. Ab wann der Verkaufsprozess starten wird ist noch nicht bekannt, da dieser noch auf seine Umsetzbarkeit überprüft wird.


Neue Bilanzierungsregel IFRS 9 erhöht Rückstellungen und verschlechtert Kapitalquote der Banken (Handelsblatt, 13.07.17):

Durch neue Bilanzierungsregeln für Banken müssen ab nächstem Jahr erhöhte Rückstellungen für die Abschreibung fauler Kredite nachgewiesen werden und somit steht weniger Kapital zur Sicherung der Banken zur Verfügung. Die Bankenregulierungsbehörde hat berechnet, dass sich mit der neuen Regelung die harte Kernkapitalquote im Schnitt um 0,45 Prozentpunkte senken wird.

 


Die Deutsche Hypo soll verkauft werden (Rohmert-Medien, 12.07.17):

Die NordLB möchte anscheinend das Tochterunternehmen die Deutsche Hypo verkaufen. Die Deutsche Hypo hatte 2016 ein Ergebnis vor Steuern von ca 105 Millionen Euro und gehört damit zu den gut laufenden Bankgeschäften der NordLB. Ziel des Verkaufs ist es die Kapitallücke der NordLB mit einem Verkauf der Bank für 1 Milliarde Euro zu schließen. Potentielle Käufer sind die Aareal Bank und die Deutsche Pfandbriefbank.


Potentieller chinesischer Käufer der HSH Nordbank wird in Hong-Kong verhaftet (Die Welt, 10.07.17):

Der chinesische Investor und Geschäftsführer der Anbang Insurance Group, Wu Xiaohui, wurde offenbar in Hong-Kong verhaftet. Somit ist wahrscheinlich, dass sein Gebot für die HSH Nordbank zurückgezogen wird. Wu Xiaohui zählte zu den vielversprechendsten Bietern für die HSH Nordbank, da die anderen Beteiligten, darunter Finanzinvestoren wie z.B. Apollo und Cerberus, niedrige Angebote abgegeben haben. Es ist nun damit zu rechnen, dass nur die profitable Hauptbank einen Käufer finden wird und die unprofitablen Geschäftsbereiche von der Stadt Hamburg und anderen beteiligten kostenintensiv abgewickelt werden müssen.


Griechenland plant eine staatliche Förderbank (Wirtschaftswoche, 10.07.17):

Griechenland möchte die von der Wirtschaftskrise stark betroffenen kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Hilfe einer neuen Förderbank besser unterstützen. Die staatliche Bank soll Mitte 2018 gegründet werden. Gerüchten zufolge haben bereits die Weltbank, europäische Behörden und EU-Partnerländer Unterstützung angeboten.

Interessante Artikel zum Nachdenken


Banken werden vermehrt Opfer von Hackerangriffen (Der Bank Bloq, 05.07.17):

Ganze 200 Millionen Sicherheitsverletzungen gab es 2016 im Finanzdienstleistungssektor und somit 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit gehört der Bankenbereich zu den am meisten angegriffenen Branchen weltweit. Auffällig ist, dass die größte Gefahr dabei von Insidern (58% der Angriffe) ausgeht und weniger als die Hälfte von Externen durchgeführt werden (42%).


Der Fluch des billigen Geldes (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.17):

Thomas Mayer, Professor an der Universität Witten/Herdecke und Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institutes, beschreibt, dass das billige Geld der EZB gravierende Folgen für die europäische Wirtschaft hat. Das liegt daran, dass Firmen derzeitig sehr günstige Kredite bekommen können und sich mit diesem Geld selbst unprofitable Firmen sehr lange am Leben erhalten können. Die unsichtbare Hand des Marktes wurde abgeschafft und, laut Thomas Mayer, entsteht dabei ein durch Staatsfinanzierung getriebenes ineffizientes Wirtschaftssystem wie im Kommunismus. Sollte die EZB in naher Zukunft die Zinsen wieder anheben, ist mit einer hohen Insolvenzrate zu rechnen, da viele Firmen und Verbraucher nicht mehr in der Lage wären ihre Kredite zu begleichen.

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