24.07 - 30.07: Banking in a Week


Neuigkeiten der Woche 24.07 bis 30.07: Wells Fargo hat an 800.000 Kunden unwissentlich Autoversicherungen verkauft. Die Santander Bank möchte in Deutschland 100 Filialen und 600 Stellen streichen. Nach zahlreichen Skandalen soll der LIBOR abgeschafft werden. Der Investmentfond Cerberus kauft 5,01 Prozent der Commerzbank. Mastercard konnte seinen Nettogewinn um ganze 20 Prozent in diesem Quartal steigern und die Sparkassen in Baden-Württemberg wollen die Eigenkapitalrücklagen deutlich erhöhen, um vor einer weiteren Krise geschützt zu sein.

 

Auch interessant: Eine McKinsey Studie hat ergeben, dass in zwei bis drei Jahren jeder dritte Banker durch eine Maschine ersetzt werden kann. Die Bank of America hat sich entschieden und wird seine Europa-Zentrale nach Dublin verschieben.


Neuigkeiten der Woche


Die Wells Fargo Bank hat abermals unwissentlich Verträge für ihre Kunden abgeschlossen (Frankfurter Allgemeine, 29.07.17):

Nachdem bereits im letzten Jahr die amerikanische Großbank Wells Fargo unwissentlich Bankkonten für Kunden eröffnet hat, kam in dieser Woche raus, dass die Bank ebenso ohne Wissen Autoversicherungen für 800.000 Kunden abgeschlossen hat. Laut der Wells Fargo Bank wurde dies bereits im letzten Jahr intern aufgedeckt nachdem sich viele Kunden beschwert hatten, aber nie öffentlich gemacht um den Ruf der Bank nicht zu gefährden.


Die Santander Bank will 100 Filialen und 600 Stellen streichen (Hannoversche Allgemeine, 28.07.2017):

Die spanische Santander Bank möchte in Deutschland rund 100 Filialen schließen und somit 600 Stellen im Vertrieb und in der Verwaltung streichen. Somit werden circa 1/3 aller Filialen des Bankkonzerns in Deutschland geschlossen. Zudem soll das Vertriebsnetz der beiden Geschäftsbereiche Santander Consumer Bank AG und Santander Bank AG zusammengelegt werden. 


Der LIBOR soll abgeschafft werden (Manager Magazin, 28.07.2017):

Nach zahlreichen Skandalen um Manipulationen des Referenzzinssatzes für den Interbankenhandel (LIBOR), soll dieser nun innerhalb von 4 Jahren abgeschafft werden, so der Chef der britischen Finanzaufsicht. Wie die neue Alternative aussehen soll ist aber bisher noch nicht genau bekannt.


US-Investmentfirma Cerberus steigt in die Commerzbank ein (N-TV Nachrichten, 26.07.2017):

Die für harte Restrukturierungen bekannte US-Firma Cerberus hat nun 5,01% Anteile an der deutschen Privatbank Commerzbank gekauft. Ob auch bei der Commerzbank eine Restrukturierung durch die erfahrenen Cerberus Investoren geplant ist, bleibt unbekannt. Bisher ist noch nicht näher bekannt was die US Firma mit dem Investment plant, jedoch hat Cerberus in der Vergangenheit in einigen deutschen Banken investiert und hofft wahrscheinlich auf eine deutliche Verbesserung der Branche durch die Möglichkeit der ansteigenden Zinsen. 


Mastercard konnte seinen Nettogewinn im vergangenen Quartal um 20 Prozent erheblich steigern (Finanznachrichten, 27.07.17):

Der Nettogewinn von Mastercard hat sich um 20 Prozent auf 1,18 Milliarden US-Dollar erhöht, was laut Mastercard einem Rekordwert entspricht. Das hohe Wachstum ist vor allem auf eine Erhöhung der Transaktionen zurückzuführen. Jeder Umsatz der über eine Kreditkarte von Mastercard gemacht wird, bedeutet für das Finanzunternehmen einen erhöhten Gewinn durch die zu zahlenden Transaktionsgebühren der Kunden.


Sparkassen in Baden-Württemberg wollen ihre Eigenkapitalquote erhöhen um für die nächsten Krise vorbereitet zu sein (Handelsblatt, 26.07.17):

Der baden-württembergische Sparkassenpräsident hat angekündigt, dass die bisherige Kernkapitalquote der Sparkassen von 15 Prozent nicht ausreichend ist um vor einer erneuten Krise zu schützen. Die derzeitige Kapitalquote mit 15 Prozent ist bereits doppelt so hoch wie die von der EU verlangte Kernkapitalquote. Das unterfangen einer Kapitalerhöhung wird jedoch sehr schwer, da auch für 2017 die Zinsüberschüsse der Sparkassen sich deutlich senken werden und somit noch weniger Ertrag zur Stärkung des Eigenkapitals zur Verfügung steht

Interessante Artikel zum Nachdenken


Jeder dritte Banker wird in zwei bis drei Jahren von einer Maschine ersetzt (WirtschaftsWoche, 25.07.17):

Eine Studie von McKinsey hat ergeben, dass bereits in wenigen Jahren jeder dritte Banker durch eine Maschine ersetzt werden kann. Vor allem kognitive Technologien sowie Programme, welche dazu in der Lage sind große Datenmengen zusammenzustellen, zu analysieren oder gar Verträge zu interpretieren und Kunden zu beraten, könnten den Banker in Zukunft ersetzen.


Bank of America geht nach Dublin (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.17):

Nun hat sich auch die Bank of America für einen neuen Standort entschieden. Die Europa-Zentrale des Investmentbankings wird von London nach Dublin verschoben. Weiterhin hat die Bank of America bereits angekündigt, dass die bisher 700 Mitarbeiter in der Zentrale in London in Dublin deutlich aufgestockt werden müssen.

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