22.05 - 28.05: Banking in a Week


Neuigkeiten der Woche 22.05 bis 28.05: Die italienische Regierung versucht abermals über eine Rettung der Krisenbanken zu verhandeln. Die Deutsche Bank soll aufgrund der derzeitigen Russlandaffäre um Trump alle Geschäftsbeziehungen mit dem Präsidenten offenlegen. Die Frankfurter Volksbank fusioniert mit einer kleineren Volksbank um Kosten zu sparen. Banken konnten mehr als 100 Millionen Dollar für ein Blockchain Projekt gewinnen und die Citigroup muss nach langen Verhandlungen 97 Millionen Dollar Strafe wegen Geldwäsche zahlen.

 

Auch interessant: Top-Manager erwarten ein großes Bankensterben bis 2025 und Macron konnte die Entscheidung über den neuen Finanzstandort deutlich beeinflussen.


Neuigkeiten der Woche


Italien will erneut mit der EU über eine Bankenrettung verhandeln (Handelszeitung, 25.05.17):

Der italienische Wirtschaftsminister hat angekündigt mit der EU über eine Rettung der beiden Krisenbanken Popolare di Vicenza und Veneto Banca zu verhandeln. Beiden Banken fehlt etwa 6,4 Milliarden Euro an Kapital. Dies möchte die EU aber nur bezahlen, wenn mindestens 1 Milliarde Euro von privaten Investoren übernommen werden.


Deutsche Bank soll Trump-Konten offenlegen (Spiegel, 24.05.17):

Als einer der größten Gläubiger von Donald Trump, soll die Deutsche Bank alle Geschäfte mit dem derzeitigen US Präsidenten offenlegen um etwaige Russlandverbindungen zu beweisen. Im speziellen geht es um Kredite in Höhe von 300 Millionen Dollar, welche die Deutsche Bank Trump ausgezahlt hat und unter Verdacht stehen von der russischen Regierung abgesichert zu sein.


Die Frankfurter Volksbank fusioniert mit einer kleineren Volksbank (Handelsblatt, 24.05.17):

Die Vereinigte Volksbank Maingau aus Obertshausen schloss einen Kooperationsvertrag mit der Volksbank Frankfurt ab, welcher einen kompletten Zusammenschluss bis Ende 2017 vorsieht. Ausgelöst durch die Niedrigzinspolitik entscheiden sich immer mehr Volksbanken dazu sich zu konsolidieren, um mit Hilfe eines erhöhten Kundenvolumens Kosten zu sparen. Alleine die Frankfurter Volksbank kann mittlerweile auf 15 Fusionen seit 1998 zurücksehen und ist ein gutes Beispiel für den derzeitigen Konsolidierungstrend.


Banken konnten mehr 100 Millionen Dollar für Blockchain Projekt gewinnen (Financial Times, 23.05.17):

Das aus mehr als 70 Teilnehmerbanken bestehende Blockchainprojekt R3 konnte 107 Millionen Dollar mit Hilfe von Investitionen von 43 Banken, dem Staat Singapur und Intel gewinnen. Das Geld wird dafür verwendet eine frei verfügbare Smart Contract Plattform zu entwickeln, welche automatisch Geschäftsverträge via Blockchaintechnologie speichert und managed.


Citigroup muss 97 Millionen Dollar wegen Geldwäsche zahlen (Financial Times, 22.05.17):

Nach Verhandlungen mit dem US-Justizministerium über Geldwäsche-Zahlungen in den USA und Mexiko, konnten sich beide Parteien auf eine Strafzahlung in Höhe von 97 Millionen Dollar einigen. Dabei kommt die Citigroup mit einer deutlich milderen Strafe davon als vergleichbare Fälle bei Großbanken in der Vergangenheit.

Interessante Artikel zum Nachdenken


Großes Bankensterben erwartet (Handelsblatt, 22.05.17):

Laut einer Befragung von Top-Managern deutscher Banken rechnet ein Großteil damit, dass aufgrund sinkender Margen im Kreditgeschäft sowie steigender Kosten durch verschärfte Regulierungen in 2025 bis zu 20% aller Bankinstitute nicht mehr existieren werden. Besonders Banken mit hohem Fokus auf klassische Bankgeschäfte mit Krediten und Einlagen, wie zum Beispiel Sparkassen und Genossenschaftsbanken, leiden unter den derzeitigen Niedrigzinsen. Diese werden, laut Einschätzungen des befragten Top-Managements, in naher Zukunft auch nicht steigen und somit die Situation verschärfen.


Kann Macron die Londoner Banken davon überzeugen nach Paris zu kommen? (Financial Times, 28.05.17):

Banken wie Bank of America, Citigroup und Morgan Stanley haben sich bereits dazu entschieden ihren Sitz von London nach Paris zu verschieben. Viele Banken haben jedoch bis nach der Wahl gewartet um die Entscheidung über einen neuen Finanzstandort zu treffen. Die Banken selber sehen die Wahl von Macron für die Entscheidungsfindung als "Gamechanger", weil dieser, anders als seine Linke Konkurrenz, sehr für eine bankenfreundliche Politik steht. Deshalb wundert es nur wenig, dass Macron kurz nach der Wahl verkündete bereits mit 20 Finanzinstituten über einen Standortwechseln am verhandeln zu sein. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0