29.05 - 04.06: Banking in a Week


Neuigkeiten der Woche 29.05 bis 04.06: HSBC führt RoboAdvice Produkte für Privatkunden in Großbritannien ein. Die SpardaBank in Berlin verlangt ab September Strafzinsen für Privatkunden mit Einlagen über 100.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto. Die spanische Banco Popular wird wahrscheinlich ein Abwicklungsfall und die italienische Monte dei Paschi Bank darf nun nach langen Verhandlungen mit der EU von der Regierung gerettet werden. Um Kosten zu sparen, hat die Deutsche Bank beschlossen seine Auslandseinheit in Polen zu verkaufen und die Commerzbank ermöglicht es 3.000 Mitarbeitern in Frührente zu gehen.

 

Auch interessant: Deutschland muss bei einem etwaigen Ausfall der EZB für mindestens 155 Milliarden Euro haften und Merkel hat sich für einen Umzug der EU-Bankenaufsichtsbehörde von London nach Frankfurt am Main ausgesprochen.


Neuigkeiten der Woche


HSBC führt RoboAdvice Produkte für Privatkunden in Großbritannien ein (Financial Times, 01.06.2017):

Taylan Turan, der Chef von HSBC UK Wealth Management, hat angekündigt in den kommenden Monaten für kleine Privatkunden in Großbritannien Investmentmöglichkeiten mithilfe von RoboAdvice anzubieten. Die auf einem Algorithmus basierende Online Beratung wird dabei interne als auch Produkte von Drittanbietern dem Kunden vorschlagen. Nichtsdestotrotz, möchte die HSBC weiterhin ihre 550 Kundenberater innerhalb des Landes behalten und sieht das RoboAdvice nicht als Kosteneinsparung, sondern als eine Möglichkeit neue Kunden zu erreichen.


Sparda Bank Berlin führt Strafzinsen für Privatkunden ein (Handelsblatt, 02.06.17):

Ab September wird die Sparda Bank Berlin 0,4% Strafzinsen von Privatkunden mit Einlagen über 100.000€ auf dem Tagesgeldkonto abrechnen. Damit ist die Sparda Bank eine von vielen Banken die aufgrund der Niedrigzinspolitik versucht die dadurch entstehenden Kosten an die Kunden weiterzugeben. Das besondere ist, dass die Sparda Bank Berlin die erste größere Bank ist, welche Privatkunden mit einem Strafzins belangt.


Die spanische Bank Banco Popular wird wahrscheinlich abgewickelt (Manager Magazin, 01.06.17):

Laut Insiderberichten, hat die sechstgrößte Bank in Spanien, die Banco Popular, die Bankenabwicklungsbehörde SRB hinzugezogen. Sollte die Banco Popular nicht in kürze einen Käufer finden, dann muss die Krisenbank höchstwahrscheinlich abgewickelt werden. Das Management der Bank sagte, dass derzeit mehrere Plänen wie zum Beispiel eine Fusion oder ein Verkauf von Geschäftsteilen ausgearbeitet werden und eine Abwicklung nur eine von vielen Möglichkeiten ist.


Die italienische Monte dei Paschi Bank darf von der italienischen Regierung gerettet werden (Wirtschaftswoche, 01.06.17):

Nach langen Verhandlungen zwischen der italienischen Regierung und der EU wurde beschlossen, dass die Monte dei Paschi Bank mit der Hilfe einer Kapitalspritze in Milliardenhöhe gerettet werden darf. Die einzige Bedingung der EU ist eine Restrukturierung der Bank, um ein profitables Geschäft in der Zukunft sicherzustellen. 


Die Deutsche Bank startet Verkauf von Geschäftsbereichen in Polen (Handelsblatt, 31.06.17):

Anscheinend möchte sich die Deutsche Bank von ihren Geschäftsteilen in Polen trennen und könnte damit 400 Millionen Euro an Kapital bekommen. Die Deutsche Bank möchte mit dem Verkauf von mehreren Auslandsgeschäften die Geschäftsstruktur vereinfachen, Kosten einsparen und die Kapitalquote erhöhen. Ob der Verkauf gelingt ist fraglich, da hohe risikoreiche Fremdwährungdarlehen in der Bilanz vorhanden sind.


Die Commerzbank will 3.000 Mitarbeiter in Rente schicken (Handelsblatt, 30.06.17):

Nach der groß angekündigten Abbaustrategie, hat die Commerzbank nun begonnen 3.000 Mitarbeitern Angebote für eine Frühverrentung zu machen. Demnach haben alle vor 1962 geborenen Mitarbeiter ein Angebot über eine Abfindung in Höhe von 30.000 Euro bekommen und dürfen sich bis in die kommenden Monate über eine Frühverrentung entscheiden. Dieser Abbau geht einher mit einer stetigen Automatisierung von Prozessen innerhalb der Commerzbank, um schlussendlich einen Stellenabbau von 9.600 Mitarbeitern zu erreichen.

Interessante Artikel zum Nachdenken


Deutschland haftet mit 155 Milliarden Euro im Falle einer erneuten Finanzkrise (Die Welt, 01.06.2017):

Laut einer Berechnung von der Zeitung Die Welt, muss Deutschland bei einem Totalausfall der EZB für mindestens 155,5 Milliarden Euro haften. Diese Summe steigt derzeit stetig weiter an, da die EZB monatlich neue Staatsanleihen zu einem Wert von 60 Milliarden Euro am Markt einkauft und Deutschland gemäß dem Kapitalschlüssel für rund 26% haftet.


Merkel möchte die EU-Bankenaufsicht von London nach Frankfurt holen (Handelsblatt 31.05.17):

Bundeskanzlerin Merkel hat sich dazu geäußert, dass sie gerne die EU-Bankenaufsichtsbehörde nach einem Brexit in Frankfurt am Main ansiedeln möchte, um dort mit der europäischen Versicherungsaufsicht zu fusionieren. Dabei sprach sie sich auch für einen Erhalt des Drei-Säulen-Modells aus, welches aus Genossenschaftsbanken, Privatbanken und öffentlich-rechtlichen Institutionen wie zum Beispiel Sparkassen besteht und befürwortet somit indirekt die regulatorische Entlastung von kleineren Banken.

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